POSITIONEN  - auf dieser Seite stelle ich mein Programm für die Wahlperiode 2004-2009 vor.


  

  

Programm 2004 - 2009 (aus dem Jahr 2003)


Maßnahmen zur Fortentwicklung der Stadt Bedburg

  1. Analyse der Kernprobleme:

    die 2 Rathäuser mit unnötigen Kosten und Erweiterungsbedarf;
    die 2 Bäder mit Sanierungsstau bzw. Sanierungsbedarf;
    das Schloss Bedburg als finanzieller Klotz, aber eine „Marke“ für Bedburg;
    wir haben ein leerstehendes Jumbo-Gebäude und eine teilweise leerstehende Erftpassage;
    das leer stehende alte Feuerwehrgerätehaus Gartenstr.;
    die Umgestaltung/Schließung Bahnübergang und die Lösung dieser Probleme:

    keine unabgestimmten Einzellösungen, sondern Fortschreibung des Stadtentwicklungsprogrammes 1977 unter Berücksichtigung des Funktions- und Nutzungskonzept Dr. Danneberg als Richtschnur für politisches und Verwaltungshandeln. Nur so kann heute eine Verwaltung politisch geführt werden. Es muss klar werden, welches unsere Vision der Stadtentwicklung ist, anstatt Einzelprobleme unabgestimmt lösen zu wollen. Wenn die zu verfolgende Stadtentwicklung längerfristig vorausschaubar ist, bietet dies auch neue Chancen, Investoren eine verlässliche Perspektive in Bedburg aufzuzeigen.
    Weitere Entwicklung insbesondere der Außenorte. Hier muss eine wohnungsnahe Grundversorgung im Lebensmittelbereich immer gewährleistet sein. Und es müssen immer Grundstücke für die junge Generation vorgehalten werden, die am Ort verbleiben will.
     

  2. Entwicklung der weichen Standortfaktoren

    Bedburg ist lebens- und liebenswert. Im Bereich Naherholung und Freizeit wie auch dem Vereinsleben haben wir viel mehr zu bieten als unsere Nachbarstädte. Aber wir müssen auch darüber reden und uns positiv darstellen. Deshalb intensive Zusammenarbeit mit den ansässigen Gewerbetreibenden im Sinne eines Standortmarketings als neuem Schwerpunkt der Wirtschaftförderung.
    Denn: wenn wir die Stadt weiterentwickeln wollen, brauchen wir Wachstum. Wachstum heißt immer Veränderung, bedeutet immer, es kann nicht so bleiben wie es ist. Aber diese Veränderungen müssen gesteuert werden. Hier haben wir im vergangenen Jahr neue Akzente gesetzt, die ganz offensichtlich von unseren Mitbürgern gut angenommen werden: Erstmals seit langer Zeit findet in Bedburg städtische Kulturpolitik statt. Unsere Veranstaltungen waren bisher oftmals ausverkauft, besucht von unseren Mitbürgern, aber auch von außerstädtischen Besuchern. So machen wir Werbung für Bedburg. Die Literaturtage des Landes NRW im kommenden Jahr sind eine große Chance, Bedburg überrigional als lebens- und liebenswerten Wohnstandort noch bekannter zu machen. Für diese Entwicklung trage ich maßgeblich die Mitverantwortung. Daraus kann Wachstum für die Stadt resultieren, sei es durch Wohnzuzug oder durch Gewerbeansiedlung. Und nur mit Wachstum können wir eine zufriedenstellende Infrastruktur für uns alle finanzieren.
    Auch die Bedburger Gewerbetreibenden haben dies erkannt. Bei vielen entsteht eine positive Aufbruchsstimmung. So nutzt die Bedburger Gastronomie in enger Abstimmung mit mir die Arbeit der Stadtverwaltung schon als eigenen Werbefaktor. Und daran erkennt man: Wenn die Verwaltung vernünftig und fortschrittlich funktioniert, dann ist das die Voraussetzung für Fortschritt und Entwicklung. Dem Funktionieren der Verwaltung habe ich mich bisher als Beigeordneter und Stadtkämmerer besonders gewidmet, als Bürgermeister möchte ich mich zukünftig besonders dem Fortschritt und der Entwicklung der Stadt widmen, damit Bedburg eine lebens- und liebenswerte Stadt bleibt.

Weitere Schwerpunkte der Standortentwicklung:

Dazu gehört auch, dass wir uns politisch mit Ganztagsangeboten im Schulbereich auseinandersetzen. Unabhängig von der schulfachlichen und familienpolitischen Beurteilung gehört dies bei Auswärtigen hinsichtlich der Frage des Wohnsitzes ganz eindeutig zu den Standortfaktoren. Und unter Berücksichtigung der Altersentwicklung in Deutschland müssen wir uns auch Gedanken im Hinblick auf die Entwicklung einer bedarfsgerechten Gesundheits- und Seniorenpolitik machen, um die Lebensqualität für die sog. Generation 50plus zu sichern.

Aber eines muss bei allen Ideen auch gesagt werden: Ein Bürgermeister kann mit der Verwaltung nur Ideen entwickeln und Konzepte aufstellen, entscheiden kann er nur sehr eingeschränkt. Denn Entscheidungen trifft in unserem Rechtssystem der Stadtrat, der Bürgermeister hat für die Umsetzung der Entscheidungen zu sorgen. Deshalb muss der Bürgermeister nicht nur das Verwaltungsgeschäft beherrschen, damit er Akzeptanz bei den Mitarbeitern findet, er muss insbesondere den Stadtrat von seinen Ideen und Konzepten überzeugen können.

Beitrag zur Sanierung der städtischen Finanzen

In aller Bescheidenheit glaube ich sagen zu können, dass ich als verantwortlicher Stadtkämmerer gerade auf diesem Feld in den vergangenen Jahren hervorragende Arbeit geleistet habe. Jedenfalls geht es unseren Nachbarkommunen heute schlechter als Bedburg, während es ihnen vor dem Jahre 2000 besser ging. Ich habe bisher viele innovative Wege beschritten:

Die Forderungen nach

•  Einer „schlanken“ Verwaltung

•  verantwortlichem Umgang mit „Ihren Steuergeldern“ durch privatwirtschaftliche Kostenrechnung

•  alternativen Finanzierungsformen bei Neuinvestitionen
sind in Bedburg in den vergangenen 3 Jahre schon umgesetzt worden. Mit einem sog. PPP-Modell beim Neubau der Hauptschule gehen wir in Bedburg zur Zeit den Weg neuartiger Finanzierungsformen, um auch in Zeiten leerer Kassen neue Infrastruktur schaffen zu können. Auch als Bürgermeister geht meine Sachkompetenz hier nicht verloren, sondern als Bürgermeister bin ich hierfür erst recht verantwortlich. Dabei hilft mir, dass ich in meinen breiten beruflichen Erfahrungen in Handel, Industrie und Verwaltung an ganz unterschiedlichen Dienst- und Wohnorten gelernt habe, über den Tellerrand hinauszuschauen, immer lernbereit zu sein, keine Idee von vornherein abzulehnen, weil sie unbequem sein könnte oder auch einfach nur angeblich nicht mehrheitsfähig.
Politik heißt, dass man für eigene oder auch fremde Ideen wirbt und kämpft, wenn man sie denn für richtig erkannt hat, und nicht in Ohnmacht vor bestehenden Umständen versinkt. Und genau darauf können sie sich bei mir verlassen.

Zur Zeit heißt das ganz einfach:

•  soviel sparen wie möglich, d. h sparen ohne der Stadt zu schaden (der einzelne wird immer vom Sparen betroffen sein);

•  intelligent investieren, denn ohne Investition ernten wir nie eine Reinvestition;

•  unsere Standortfaktoren heute entwickeln, damit wir morgen Nutzen daraus ziehen können, also die wirtschaftl. Entwicklung insgesamt durch die Fortentwicklung der Stadt fördern;

•  in der Zwischenzeit Vermögen der Stadt zur Deckung der Lücken einsetzen, ohne dieses Vermögen zu verschwenden. Denn wir wissen nicht, wie lange die Zwischenzeit andauert.

•  Insgesamt: gerecht zu verteilen, wobei Gerechtigkeit aber anders verstanden werden muss als bisher. Im Zentrum steht die Frage der Generationengerechtigkeit.

Modern geführte Verwaltung

Ich denke, eine modern geführte Verwaltung haben wir in den vergangenen Jahren schon geschaffen. Auch das ist eigentlich untrennbar mit dem Namen unseres Bürgermeisters Willi Harren und meinem Namen verbunden. Dezernate gibt es keine mehr, die vielen Ämter mit ihren hierarchischen Strukturen von Hauptabteilungsleitern, Abteilungsleitern und Sachgebietsleitern ohne Finanzverantwortung für ihr Tun wurden aufgelöst. Heute haben wir eine Teamführung durch den Bürgermeister und mich, ergänzt durch den technischen Sachverstand von Herrn Ackermann. Darunter existieren nur noch 4 Fachbereisleitungen sowie das Ratsbüro. Wir beschäftigen uns also nicht mehr mit unseren Hierarchien, sondern mit der Arbeit für den Bürger. Das ist genau das, was ich unter moderner Verwaltung verstehe, weil es auch unnötige Personalkosten spart. Allerdings setzt das auch eine bei den Mitarbeitern akzeptierte Fachkompetenz der Verwaltungsführung voraus. Dies ist bei Herrn Harren, der Verwaltung von der Pike auf gelernt hat, und mir als Verwaltungsjuristen der Fall. Wir können, wenn es denn sein muss, jeden Verwaltungsvorgang selber bearbeiten und den Mitarbeitern so vormachen, wie man es vielleicht auch besser machen könnte. Denn bei der Verwaltungsarbeit handelt es sich zum größten Teil um die Anwendung von Rechtsvorschriften. Und das haben wir gelernt.

Verbessern kann sich die Verwaltung aber noch in ihrer Dienstleistungsmentalität. Es ist noch nicht für jeden Mitarbeiter so selbstverständlich wie für mich, dass meine Bürotür immer offen steht, um dem Bürger kein Obrigkeitsgefühl zu vermitteln. Wenn der Verkäufer im Einzelhandel, sofern er kein anderes Verkaufsgespräch führt, immer freundlich sein für den Kunden ansprechbar sein sollte (auch wenn er es nicht immer ist), so sollte ein Verwaltungsmitarbeiter immer dem ratsuchenden Bürger Vorrang vor anderen aktuellen Arbeiten geben. Daran arbeiten wir und ich bin zuversichtlich, dass wir uns auf einem guten Wege befinden.

Letztlich halte ich es heute für enorm wichtig, die Bürgerschaft viel stärker als bisher, nicht nur anlässlich von Wahlen, in politische Entscheidungsprozesse einzubinden. Dies ist auch ein CDU-Thema schlechthin, wenn wir uns über Wege hin zur Bürgerpartei Gedanken machen.
Auch hier haben wir in Bedburg mit dem neuen Bürger- und Ratsinformationssystem auf meinen Vorschlag hin eine neue Servicequalität geschaffen. Dort können über das Internet nicht nur die Ratsmitglieder, sondern auch die Mitbürger sich über alle öffentlichen Rats- und Ausschussunterlagen informieren.

Verhältnis Verwaltungsarbeit und Repräsentation

Die Position des Bürgermeisters hat sich je seit 1999 ganz drastisch verändert. Während er früher nur oberster Repräsentant der Stadt war, ist er nunmehr Leiter der Verwaltung, Vorsitzender des Rates und oberster Repräsentant. Während der früher nur eine Aufwandsentschädigung erhielt, wird der hauptamtliche Bürgermeister heute in Anlehnung an den früheren Stadtdirektor mit einem Gehalt bezahlt. Damit ist auch klargestellt, was von einem hauptamtlichen Bürgermeister im Schwerpunkt erwartet wird.